BOBCATSSS 2018 in Riga – Anreise Dienstag 23.1.18

BOBCATSSS ist eine von Studierenden organisierte internationale Konferenz der Bibliotheks- und Informationswissenschaften, die bereits seit 26 Jahren jährlich an Universitäten in Europa ausgerichtet wird. Workshops und Paper Sessions stehen im Mittelpunkt der BOBCATSSS. Sie behandeln Fragestellungen zu den jährlich wechselnden Themenschwerpunkten und dienen dem internationalen Networking von Studierenden, Professoren, Forschenden und anderen Interessierten. An der Erstausrichtung 1993 waren die Universitäten in Budapest, Oslo, Barcelona, Kopenhagen, Amsterdam, Tempere, Stuttgart, Szombathely und Sheffield beteiligt – in Anlehnung hieran entwickelte sich das Akronym BOBCATSSS. Während der letzten Jahre sind weitere –insbesondere osteuropäische – Städte dazugestoßen. Die Konferenz steht unter der Schirmherrschaft von EUCLID (European Association for Library and Information Education and Research).

Die 26. BOBCATSSS-Konferenz findet vom 24. bis 26. Januar 2018 unter dem Thema „The Power of Reading“ in Riga, Lettland statt. Sie wird organisiert von der Latvijas Universitātē in Kooperation mit der Eötvös Loránd Tudományegyetem (University of Budapest) und wird zum hundertjährigen Jubiläum Lettlands das zweite Mal in der lettischen Hauptstadt ausgerichtet. Es ist bereits die dritte Teilnahme von Studierenden der Hochschule Hannover an der Konferenz (BOBCATSSS 2017 in TampereBOBCATSSS 2016 in Lyon), die dieses Jahr erstmalig unter der Anleitung der Dozentinnen Ina Blümel und Silke Clausing selbst eine PechaKucha-Präsentation (20 Folien, 20sek/Folie) zum Thema Informationskompetenz halten werden. Die Gruppe setzt sich aus 10 Studierenden des dritten und fünften Fachsemesters des Studiengangs Informationsmanagement zusammen.

Anreise

Die Anreise startete am 23.01. um 5 Uhr morgens am Terminal A am Flughafen Hannover. Im Gegensatz zum letzten Jahr verlief die Anreise reibungslos. Nach einem ca. halbstündigen Flug über Deutschland, stand der Reisegruppe ein planmäßiger Aufenthalt von drei Stunden in Frankfurt bevor. Am Gate in Frankfurt stießen drei noch fehlende Studierende zur Gruppe hinzu. Außerdem checkten neben uns einige andere BOBCATSSS-Gruppen ein, unter anderem ca. 30 französische Studierende, die wir auch später im Hotel wiedertreffen sollten. Weiter ging es mit einem entspannten Flug nach Riga – und einige nutzten die zwei Stunden, um etwas Schlaf nachzuholen…

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Der Anflug auf Riga – Bild: Alina Balandis

Nachdem auch noch der (oder die) letzte seinen Koffer vom Gepäckband stemmen konnte, wartete der Bus Richtung Innenstadt bereits vor der Ankunftshalle. Trotzdem erwartete die Reisegruppe noch ein (kurzer) Marsch zum Hotel, der bereits eine Kostprobe der stechenden Kälte bot, weshalb die Ankunft im Hotel sehnlichst erwartet wurde. An der Hotelrezeption gab es dann das erste Mal kleine Komplikationen. Erst sollten zwei Teilnehmerinnen ihr Hotelzimmer direkt bezahlen und als dieses Missverständnis aus dem Weg geräumt war, blieb immer noch die Frage: Wer zahlt denn für die Minibar? Kreditkarte, bitte! Letztendlich durften jedoch alle endlich in ein minibarloses Hotelzimmer ziehen und sich etwas von der zehnstündigen Anreise erholen.

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Die Düna (auch als Schicksalsfluss bekannt) – Bild: Aline Brun

Als die Akkus wieder ausreichend aufgeladen waren, machten sich die Studierenden (und Dozentinnen) in Kleingruppen auf, um Rigas Innenstadt zu erkunden. Hier wurden bereits einige Eindrücke über die kopfsteingepflasterte City gewonnen, doch auf das gemeinsame Abendessen im Folkklub Ala Pagrabs wurde mit leerem Magen und kalten Füßen mehr hingefiebert. Das leckere typisch lettische Dinner wurde von angenehmer Live-Musik begleitet.

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Jamsession im Ala Pagrabs – Bild: Aline Brun

Nach einem insgesamt sehr positiven, jedoch anstrengenden Anreisetag freuten sich alle Exkursionsteilnehmer auf eine erholsame Nacht.

Aline Brun, Helena Schugt

Helsinki und Heimreise – Sonntag, 29.01.2017

Heute besichtigten einige von uns noch einen anderen Teil von Helsinki, bevor es mit dem Zug zum Flughafen ging. Unter anderem die Kapelle des Schweigens, das Museum für zeitgenössische Kunst (Kiasma) sowie die Konzerthalle und das Musik Zentrum (Helsingin musiikkitalo).

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Innenstadt Helsinki / Quelle: Katharina Suhr

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Küste Helsinki / Quelle: Katharina Suhr

Leider konnten wir alles nur von außen anschauen, da sonntags die meisten Sehenswürdigkeiten und Geschäfte erst um 12 Uhr öffnen. Nach mehrstündigem Aufenthalt am Flughafen in Helsinki und Kopenhagen landeten wir um 22.30 Uhr in Hannover.

Wir Studierenden möchten uns auf diesem Weg noch einmal recht herzlich für die Möglichkeit zur Teilnahme an der Konferenz in Tampere und die Fahrt nach Helsinki bedanken. Durch die finanziellen Mittel der Hochschule Hannover konnten wir drei spannende und lehrreiche Tage auf der BOBCATSSS Konferenz sowie einen interessanten Tag in Helsinki verbringen. Dadurch haben wir unsere Englischkenntnisse verbessert, internationale Kontakte geknüpft und ein neues Land und deren Kultur kennengelernt.
Außerdem geht unser Dank an Frau Blümel, die sich um die gesamte Organisation gekümmert hat und an Frau Clausing die als zweite Betreuungsperson mitgeflogen ist.

Franziska Christiansen & Katharina Suhr

Universitätsbibliothek Helsinki – Samstag, 28.01.2017

Die Helsinki University Main Library im Kaisa House ist die größte Bibliothek in Finnland. Bis zu 7000 Besucher nutzen diese täglich. Zu Semesterbeginn auch bis zu 9000. Eröffnet wurde die Universitätsbibliothek, die für die Öffentlichkeit sowie die Studierenden zugänglich ist, an dem Standort erst 2012. Diese und nachfolgende Informationen erhielten wir von Veera Ristikartano, einer Mitarbeiterin der Universitätsbibliothek, während unserer Führung durch das Gebäude.

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Helsinki University Main Library / Quelle: Katharina Suhr

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Lern- und Lesebereich / Quelle: Katharina Suhr

Die Universitätsbibliothek in Helsinki ist ein Ort des Lernens und Arbeitens sowohl für Gruppen als auch für Einzelpersonen. Eine beeindruckende Architektur, welche an die Bedürfnisse der unterschiedlichen Benutzergruppen angepasst wurde, machen die Bibliothek zu einem Wohlfühlort. Gruppenarbeitsräume, teilweise ausgestattet mit großen Flachbildschirmen und Flipchart, Ruhe-Arbeitsplätze und freie Gruppenarbeitsplätze um in normaler Lautstärke zu kommunizieren sowie eine Teeküche für Benutzer der Bibliothek fördern den Spaß am Lernen. Die Arbeitsbereiche beziehungsweise die einzelnen Ebenen der Bibliothek sind mit farbigen Schildern gekennzeichnet. Diese weisen den Benutzer darauf hin, wie er sich in der jeweiligen Ebene zu verhalten hat. Rote Schilder heißen „gar nicht sprechen“, gelbe Schilder bedeuten „leise sprechen“ und die grünen Schilder weisen darauf hin, dass in normaler Lautstärke gesprochen werden darf. Abschließbare Rollcontainer ermöglichen den Benutzern ausgeliehene Literatur und Schreibunterlagen einzuschließen, um diese nicht täglich mit nach Hause nehmen zu müssen. Ergonomische Sitzgelegenheiten in Form von farbenfrohen Sesseln, Stühlen, Couchen und Steharbeitsplätzen sorgen für abwechslungsreiche Arbeitsphasen.

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Entspannen in der Bibliothek / Quelle: Katharina Suhr

Diese freundliche, moderne und helle Atmosphäre lädt zum Lernen und Arbeiten ein. Durch die ausgeklügelte Architektur des Gebäudes wird jede Benutzergruppe nahezu perfekt bedient. Während Kurzzeitbenutzer einiges an Zeit sparen, können die Langzeitlerner in angenehmer Atmosphäre den ganzen Tag in der Bibliothek verbringen. Im Eingangsbereich befindet sich die Theke um sich einen Benutzerausweis ausstellen zu lassen, außerdem die Automaten für die Ausleihe und die Rückgabe. Kursbücher sind ebenfalls auf der Eingangsebene zu finden. Wie wir von der Bibliotheksangestellten erfahren haben, nutzen einige die Bibliothek nur um diese auszuleihen. Dadurch ist nicht nur der Zeitfaktor für die Kurzzeitbesucher gering, sondern auch der Lärmpegel für diejenigen die die Bibliothek als ganztägigen Lernort nutzen. (Etagen Plan)

Nach der interessanten Präsentation und dem beeindruckenden Rundgang durch die Bibliothek erkundeten wir Helsinki in Kleingruppen.

Auf dem Senatsplatz von Helsinki erhielten wir einen ersten Rundumblick und konnten uns einige alte und wahrscheinlich auch historische Gebäude von außen anschauen. Darunter war der Dom von Helsinki, ein großes, prachtvolles, weißes Gebäude, das auch als „weißes Herz“ der Stadt bezeichnet wird. Weiter ging es in Richtung Hafen und von dort aus zur Uspenski-Kathedrale. Von außen eine beeindruckende Kirche, die leider schon geschlossen war, als wir dort ankamen. Auf Grund des eher schlechten Wetters gingen wir danach wieder ins Hotel. Die Exkursion nach Finnland ließen wir alle zusammen bei einem gemeinsamen Abendbrot ausklingen.

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Kirche / Quelle Katharina Suhr

Franziska Christiansen und Katharina Suhr

BOBCATSSS 2017 Tag 3 – Freitag 27.01.2017

Der dritte und damit letzte Tag der BOBCATSSS-Konferenz begann um 10:00 Uhr mit der Keynote von Dr. Josie Billington mit dem Thema „Libraries“. Danach ging es, wie schon aus dem Programm der Vortage gewohnt, in einem der von den Studierenden organisierten Workshops weiter. Dieser, der 7. Workshop,  war eine Zusammenarbeit von Studierenden aus den Niederlanden und Deutschland und hatte als Thema  The conflict between data mining and online privacy.

Zum Workshop „The conflict between data mining and online privacy“

Zuerst ließen die Präsentierenden von jedem Teilnehmer ein Kontaktformular für späteres Feedback ausfüllen. Der Workshop begann mit einer Einführung in die Data Mining-Thematik. Es folgte ein interaktiver Teil, bei welchem die Teilnehmer in Gruppen aufgeteilt wurden, um sich dann anhand von Daten möglicher Kunden, wie beispielsweise deren Social-Media-Profilen sowie ihrer Suchverläufe, auf einen von diesen zu konzentrieren und eine auf ihn zugeschnittene und somit für ihn attraktive Werbung zu gestalten.
Abschließend wurde aufgezeigt, wie wenig die Teilnehmer des Workshops und auch wir selbst, auf die Sicherheit unserer Daten achtgeben, indem sie auflösten, dass wir das zu Beginn ausgefüllte Kontaktformular ganz ohne es zu hinterfragen, ausgefüllt und übergeben hatten.
Nach dem Workshop erhielt jeder der Anwesenden einen Flyer, in dem Tipps für den Umgang mit den eigenen personenbezogenen Daten im Netz enthalten waren.
Den Präsentierenden war sehr daran gelegen, einen ansprechenden Workshop zu organisieren, da, wie sich später im Gespräch herausstellte, ebendieser ein Teil eines für das Studium relevante Modul ist. Im Großen und Ganzen waren sie dabei auch sehr erfolgreich, da sowohl die Thematik an sich als auch die Präsentation desselben sehr interessant gestaltet waren.
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Workshop Flyer / Quelle: Felix Struckmann

Zu den Paper Sessions

Am Freitag fand eine Papersession mit dem Thema Interactive Media statt. Diese Session bestand aus vier Vorträgen.
Im ersten Vortrag ging es darum, die Zufriedenheit der Nutzer von E-Services zu ermittlen. Es wurde vorgetragen, dass Probanten Aufgaben bekamen, welche sie auf einer ausgewählten Website zu erledigen haben. Im Nachgang wurden diese dann hinsichtlich ihrere Zufriedenheit mit dem Service befragt. Hierbei kam auch die Methodik der Sentence Completion zum Einsatz. Es wurde beschrieben, wie diese Methode sehr gut dazu genutzt werden kann, die Gefühle der User beim Besuch einer Website festzustellen.
Als nächstes hörten wir uns dann einen Vortrag zu Cookies und ihren Implikationen bezüglich des Datenschutz und der Datensicherheit an. Trotz des z.T. schwer verständlichen Englisch der Vortragenden war das Thema durchaus interessant, selbst wenn die vorgestellten Inhalte für uns als Informationsmanagements-Studenten nichts Neues waren.
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Eine Folie des Vortrags über Cookies / Quelle: Felix Struckmann

Der nächste Vortrag, der sich um Online Gaming Communities in Kroatien drehte, schnitt interessante Themen an und widerlegte Vorurteile der Allgemeinheit über Gaming-Communities.
Das Ende der Paper Sessions markierte ein Vortrag zur Gamification, der das Thema auch wegen der engagierten Präsentierenden interessant darstellte.

Zur Closing Ceremony

Die Konferenz endete mit einer Closing Ceremony. Einer der Programmpunkte war die Bekanntgabe und Auszeichnung des besten Posters, des besten Papers sowie des bestes Workshops. Unser 10-köpfiges Jury-Team der Hochschule Hannover für die Workshops wurde nochmal namentlich erwähnt, und unsere Auswahlkriterien sowie unsere Entscheidung bekanntgegeben. Gewinner in dieser Kategorie war der Workshop 1: „What can be tracked will be tracked“.
Da es sich bei der diesjährigen Konferenz um die 25. BOBCATSSS-Konferenz handelte, sprach auch Ruud Bruyns, einer der Gründer von BOBCATSSS. Er berichtete von der Geschichte der Konferenz und stellte die Regeln vor, an welche sich jede Konferenz halten muss, wie beispielsweise, dass sie immer von Studierenden zweier Universitäten aus Ost- und Westeuropa veranstaltet werden muss (was diesmal mit Finnland als östlichstes Land im Organisationsteam nur so halb passt).
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Ruud Bruyns hielt anlässlich des Jubliäums eine Rede / Quelle: Felix Struckmann

Es folgte eine wirkliche Besonderheit. Ein Teilnehmer der Veranstaltung machte seinem Partner einen Heiratsantrag. Es wurde hinzugefügt, dass dies bereits der sechste Antrag bei einer BOBCATSSS-Veranstaltung gewesen sei.
Es gab viele Danksagungen an die Veranstalter und an die Teilnehmer. Am Ende der Closing Ceremony wurden die BOBCATSSS-Veranstalter des kommenden Jahres vorgestellt und anhand eines Videos  öffentlich gemacht, dass BOBCATSSS 2018 in Riga stattfinden wird. Jedem Teilnehmer wurde außerdem eine Einladung für die nächste Konferenz ausgehändigt.

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Die Veranstalter der BOBCATSSS-Konferenz im nächsten Jahr / Quelle: Felix Struckmann

Alles in allem war die Konferenz für die Studierenden eine interessante und wertvolle Erfahrung. Sie haben Know-How über aktuelle Themen im Bibliotheks- und Informationsbereich sammeln können. Außerdem konnten sie Kontakte zu Studierenden aus dem Ausland aufnehmen und sich mit diesen austauschen.
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Die insgesamt zwölf Teilnehmer der Konferenz von der Hochschule Hannover (von links nach rechts: Ina Blümel, Felix Struckmann, Lars Heinrich, Silke Clausing, Nele Penner, Yannik Wissner, Christian Schneevogt, Neele Lange, Franziska Christiansen, Lia-Marike Zimmermann, vorne: Alina Finger, Katharina Suhr) / Quelle: Alina Finger

Nach dem Konferenzende ging es für uns am späten Nachmittag wieder per Bus zurück nach Helsinki, diesmal mit im Vorfeld gebuchten Tickets, das wir gegen 19:30 Uhr erreichten. Vom unterirdischen Busbahnhof Kamppi in Helsinki konnten wir unser zweites Omena Hotel in der Lönnrötinkatu nach ersten Orientierungsschwierigkeiten fußläufig erreichen.
Felix Struckmann & Yannik Wissner

BOBCATSSS 2017 Tag 2 – Donnerstag 26.01.2017

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es direkt in die University of Tampere, wo im Auditorium die zweite Keynote stattfand. Hier referierte Guus van den Brekel über Interactive Media, das zweite Leitthema der diesjährigen BOBCATSSS-Konferenz.

Nach dem Mittagessen in der Mensa der Universität besuchten wir den Workshop Nr.6 zu dem Thema „Get ready for Smart Cities“.  Hier definierten die vier Referenten aus den Niederlanden und Norwegen die damit verbundenen Begriffe wie zum Beispiel „Urbanization“, „Internet of Things“ und „Sensors“. Außerdem wurden die sozialen und technischen Perspektiven der Smart Cities behandelt und diverse Problematiken bezüglich verschiedener Aspekte angesprochen. Damit die Teilnehmer des Workshops ein besseres Verständnis für die Problematiken der Smart Cities und besonders der Urbanization bekommen konnten, mussten in kleinen Gruppen typische städtischen Probleme mithilfe von vorgegebenen Sensoren (z.B. Temperatur-Sensor) gelöst werden. Anschließend stellten alle Gruppen ihre Lösungen vor und die Vortragenden stellten eine Zusammenfassung dar.

Im Anschluss trafen sich alle Teilnehmer in der Lobby zu einer Poster-Session mit 13 verschiedenen Postern. Mehrere Arbeiten und Projekte wurden hier von Gruppen aus verschiedenen teilnehmenden Universitäten auf Plakaten präsentiert. Unter anderem wurde von einer Gruppe das Poster mit dem Thema „Bibliobuses in Pécs“ vorgestellt, welches die Notwendigkeit einer mobilen Bibliothek in der Region rund um Pécs darstellt sowie die vielen Möglichkeiten und Vorteile, die ein Bibliobus in dieser Gegend mit sich bringt. Dank dieser mobilen Bibliotheken können Bibliothekare und Bibliothekarinnen viel Wissen an die Einwohner weitergeben. Nach dem Studium der Poster und Diskussion mit den Autoren hatte man außerdem die Möglichkeit, seine Stimme für das beste Poster abzugeben.

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Postersession in der Lobby/ Quelle: Nele Penner

Nachmittags konnten wieder alle Teilnehmer an verschiedenen Social Programs teilnehmen. Es gab mehrere Auswahlmöglichkeiten, wir entschieden uns für das typisch finnische Sauna/Ice Swimming-Programm.

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Ice Swimming/ Quelle: Nele Penner

Am Abend fand die von den BOBCATSSS-Veranstaltern organisierte Evening-Party im Club Klubi statt. Hier konnten sich alle Teilnehmer über die diesjährige BOBCATSSS-Veranstaltung austauschen und Kontakte knüpfen.

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Club Klubi / Quelle: http://bobcatsss2017.com/social-program/evening-party/ , Kari Tuomiranta

Im Großen und Ganzen war es ein sehr gelungener und lehrreicher zweiter Konferenztag.

Nele Penner und Neele Lange

BOBCATSSS 2017 Tag 1 – Mittwoch 25.01.2017

Leider verpassten wir durch die lange Anreise die Einführungsveranstaltung und die erste Keynote, welche von Carol Tenopir zum Thema „Information“ gehalten wurde. Bei der Ankunft am Hauptgebäude der Universität von Tampere, in welchem die Tagung stattfand, fiel sofort auf, dass dieses Gebäude sich sehr von der Hochschule Hannover unterschied. Es gab eine großzügige Garderobe, welche vollkommen unbewacht war, und auch kaum sichtbare Schließfächer. Die Vorlesungsräume waren viel größer und oft schräg zulaufend, es gab nur wenige ebenerdige Projekträume. Auch war die Bibliothek, anders als bei uns, in einem ganz anderen Gebäude.

Gegen Mittag nahmen wir an den ersten Paper Sessions teil. Es gab sowohl Paper Sessions im Themenbereich „Interactive Media“, als auch im Bereich „Libraries“ und „Information“, welche vornehmlich von einzelnen Lehrpersonen oder Studententeams gehalten wurden. Diese Paper Sessions waren dabei zumeist kurze Vorträge von etwa 20 Minuten, und es fanden häufig zwei Sessions zu verschiedenen Themenbereichen gleichzeitig statt. Unsere besuchten Paper Sessions waren aus dem Bereich Interactive Media und handelten von „Interactive Media – The E-Learning of generation Z: Generation needs and future perspectives“ und „Design gameful experiences using alternate reality games“.

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Lobby / Quelle: Alina Finger

Wir waren im Gegensatz zu unseren Kommilitonen, die 2016 in Lyon waren, nicht die einzige Studierendengruppe von einer deutschen Hochschule. Auch Studierende der FH Potsdam waren unter den Teilnehmern, sowie einzelne Dozenten der TH Köln und HdM Stuttgart. Leider hatten es die Organisatoren versäumt, bei der Anmeldung die Datenfreigabe für die Teilnehmerliste abzufragen, aber laut Announcement sollen es rd. 220 Teilnehmer aus über 30, auch außereuropäischen, Ländern gewesen sein. Das sind wenig im Vergleich zu den ersten BOBCATSSS-Konferenzen mit über 400 Teilnehmern, aber wiederum viel für den diesjährigen Konferenzort etwas abseits vom Schuss. Auch das Preisniveau in Finnland mag einige Gruppen abgehalten haben, denn viele Studierende müssen trotz umfangreicher Beteiligung mit Vorträgen etc. vor Ort den Großteil der Kosten selbst tragen.

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Flur vor der Mensa / Quelle: Alina Finger

Etwa zeitgleich als die Paper Sessions zu Ende gingen, erreichte uns die Nachricht, dass der verlorene Koffer am Flughafen abgeholt werden könnte. Ursprünglich sollte er zum Hotel geliefert werden, weswegen der betreffende Student den gesamten Morgen am Hotel gewartet hatte um den Koffer zu empfangen – denn das Omena Hotel arbeitet ohne Rezeption und auch ansonsten sehr effizient mit minimalem Personalaufgebot. So machten sich Dozentin und Student gemeinsam auf den Weg zum relativ weit außerhalb der Stadt liegenden Flughafen und brachten den Koffer sicher zurück zum Hotel.

Nach den ersten Paper Sessions fanden außerdem drei Workshops zu den Themen   „What can be tracked, will be tracked“ , „Virtual reality (VR) in mental health treatment: Possibilities and challenges“ und „How can Quantified Self improve Mental Health?“ statt. Diese Workshops wurden dabei von Studierenden teilnehmender Universtitäten in Teams von ca. 3-4 Personen vorbereitet und durchgeführt. Da unsere Studierendengruppe als Jury für die Workshops fungierte, wurden sämtliche Workshops von mindestens zwei Studierenden besucht. Dabei wurden alle Workshops der Konferenz in den von uns als Jury selbstgewählten Kriterien Präsentation, Verständlichkeit, Arbeitsaufgaben/-gestaltung, Mediennutzung, Zeitmanagement, Wissensvermittlung und Relevanz des Themas bewertet. Während der Workshops am Mittwoch lernten die Studierenden dabei einige neue Technologien und Strategien der Informationsvermittlung, auch anhand von praktischen Beispielen und Arbeitsaufträgen kennen.

Nachfolgend begann das Social Program, bei welchem den Teilnehmern sowohl die finnische Kultur, als auch Bibliotheks- und Informationseinrichtungen näher gebracht wurden. Dabei agierten die Studierenden der Universität Tampere als lokale Guides.

Der rundum gelungene Tag wurde mit einem Gala Dinner im Finlayson Palace  abgerundet. Dabei gab es sowohl traditionelle finnische Musik, als auch einen geschichtlichen Einblick und finnische Speisen. Studierende und Dozenten der Den Haag University haben einige Bilder hier eingestellt.

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Finlayson Palace / Quelle: Alina Finger

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Gedeckte Tafel beim Gala Dinner / Quelle: Alina Finger

Alina Finger und Lia-Marike Zimmermann

BOBCATSSS 2017 Anreise– Dienstag 24.01.2017

Vorbemerkung

BOBCATSSS ist ein internationales Symposium der Bibliotheks- und Informationswissenschaften, das seit 1993 jährlich an Universitäten in Europa stattfindet. Es steht unter der Schirmherrschaft von EUCLID (European Association for Library and Information Education and Research) und wird von Studenten europäischer Universitäten organisiert. Die Konferenz umfasst Workshops und Vorträge zu jährlich wechselnden Schwerpunktthemen aus den Bibliotheks- und Informationswissenschaften und dient der internationalen Vernetzung, der Diskussion und Zusammenarbeit von Studenten, Professoren und Informationsspezialisten. Der Begriff BOBCATSSS ist ein Akronym für die Anfangsbuchstaben der Gründerstädte (Budapest, Oslo, Barcelona, Kopenhagen, Amsterdam, Tampere, Stuttgart, Szombathely, Sheffield) der Konferenz, die diese 1993 erstmals veranstaltet haben. Im Laufe der Jahre sind weitere Städte, hauptsächlich aus Osteuropa, hinzugekommen.

Die 25. BOBCATSSS-Konferenz fand vom 25. bis 27.01.2017 in Tampere, Finnland und damit das erste Mal in Skandinavien statt und wurde von Studenten der University of Tampere, University of Oslo, Akershus University College und der Hanze University of Applied Sciences organisiert. Nachdem Studierende des Bachelorstudiengangs Informationsmanagement der Hochschule Hannover 2016 in Lyon erstmals eine BOBCATSSS-Konferenz besuchten, nahmen auch in diesem Jahr wieder zehn StudentInnen, begleitet von den Dozentinnen Ina Blümel und Silke Clausing, an der Konferenz teil.

Keiner von uns Studierenden des 5. Semesters war jemals auf einer internationalen Konferenz zu unserem Studienfach, geschweige denn in Finnland gewesen. Und so sollte die vergleichsweise weite Anreise auch kein Selbstläufer werden, wohl aber ein erster Test für den Zusammenhalt der Gruppe…

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Plakat Hannover Flughafen / Quelle: Felix Struckmann

Anreise

Die Anreise sollte am 24. Januar morgens vom Flughafen Hannover starten. Treffpunkt war Terminal A um circa 8:00 Uhr. Als die meisten schon eingetroffen waren, gingen die ersten zum Check-In Schalter um ihre Koffer aufzugeben und den Boarding-Pass zu bekommen. Ankunft sollte mit 2 Zwischenstopps in Kopenhagen und Stockholm um 22:30 in Tampere sein, jedoch gab es schon beim Einchecken die ersten Hürden zu nehmen. Von da an startete das Abenteuer: „Wie kommen wir nach Tampere?“.

Am Schalter bekamen wir die Info, dass unsere Namen zwar im  System gefunden werden, jedoch leider nicht die benötigten Tickets. Nach einiger Recherche des SAS Personals bekamen wir die Info, dass einige Flugtickets gecancelled worden sind. Langsam machte sich ein wenig Nervösität breit. Vier von uns konnten sich merkwürdigerweise im Vorfeld online einchecken und ihre Koffer aufgeben. Die restlichen acht Studenten und 2 Dozenten waren vor Ort ohne eine Möglichkeit den Flieger zu bekommen. Nach unzähligen Telefonaten und Gesprächen am TUI Schalter, bekamen wir die Info, dass wir unseren eigentlichen Flug definitiv nicht antreten werden.

So beschlossen wir, dass wenigstens die vier eingecheckten Studenten schon einmal vorfliegen sollten. Da ihre Koffer schon aufgegeben worden waren, mussten sie nur noch durch die Sicherheitskontrolle. Wir verabschiedeten uns von ihnen und sie zogen von dannen. Keine 10 Minuten später bekamen wir eine Nachricht, dass der Flieger schon weg sei und auch sie den Flug nicht nehmen konnten. So saßen wir in der Wartehalle und warteten auf die vier. Zum Glück wurden die Koffer aus dem Flugzeug geholt, doch leider gab es auch dabei Komplikationen. Ein Koffer verblieb im Flugzeug und flog somit ohne seinen Besitzer Richtung Kopenhagen. Da standen wir nun und überlegten  was wir nun tun können. Nach Hause oder warten?

Das Reisebüro und die Fluggesellschaft telefonierten miteinander und suchten nach einer Lösung. Wir entschlossen uns erstmal zu frühstücken und etwas zu trinken. Das Cafe Sichtbar sah sehr einladend aus und so machten wir es uns für die nächsten Stunden in diesem Cafe bequem. Nach weiteren 5 Stunden bekamen wir den ersehnten Anruf. Wir können den nächsten Flug nach Kopenhagen um 18:50 Uhr nehmen und von dort aus nach Helsinki weiterfliegen.

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Unsere Maschine nach Kopenhagen / Quelle: Katharina Suhr

Von da an lief es reibungslos. Wir checkten alle erfolgreich um 17:00 Uhr ein, flogen pünktlich um 18:50 Uhr ab und landeten pünktlich in Kopenhagen. Nach einem kurzen Aufenthalt in Kopenhagen nahmen wir die Anschlussmaschine nach Helsinki Vantaa, die um 0:00 Uhr landete. Noch auf die Gepäckausgabe wartend verpassten wir knapp den Bus nach Tampere und entschieden uns, die nächsten 1,5 h statt in der Kälte zu warten in die MOI Helsinki Bar im Flughafen zu gehen und uns einen 8€ teuren Cider zu gönnen.

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Helsinki Airport Bar / Quelle: Alina Finger

Der Bus fuhr pünktlich um 1:30 Uhr nach Tampere. Eine Hürde war noch zu nehmen. Können wir da überhaupt mitfahren, denn wir hatten gar keine Tickets? Zum Glück  gab es mehr als genug Plätze  und so stiegen wir in den Bus und fuhren das letzte Stück nach Tampere. Um 3:30 Uhr kamen wir sehr müde und geschafft am zentralen Busbahnhof in Tampere an. Zu unserer Freude  war das Omena Hotel nicht sehr weit entfernt. Jeder betrat nur noch sein Zimmer und fiel direkt in einem tiefen Schlaf. Die Anreise war vollbracht…

Lars Heinrich & Christian Schneevogt