Der letzte Tag inkl. Abreise – 27.1.18

Trotz eines langen Abschlussabends in der Altstadt von Riga begann der Finaltag für die meisten der Gruppe Hannover recht früh. Check out war für 12 Uhr geplant, und viele hatten aufgrund der doch recht langen Konferenztage noch nicht die Zeit gefunden, alles zu erkunden. So machten sich einige noch auf, in der Altstadt oder der Markthalle das eine oder andere Souvenir zu ergattern.

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Markthallen in Riga – Bild: Anne Talk

Einige mussten wegen Krankheit den Morgen im Hotel verbringen und ließen sich Medikamente mitbringen (generell waren mehrere Apothekenbesuche auf dieser Exkursion nötig). Die lettischen ApothekerInnen sind sehr nett, sprechen aber kaum englisch (vielleicht hätten wir deutsch probieren sollen?) – und es ist sehr amüsant, sich lettische Monologe anzuhören, wenn auch noch Zeichensprache und Gestikulieren ins Spiel kommen und es dabei um Übelkeit und Erbrechen geht … #tryitout

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Markthallen von innen – Bild: Anne Talk

Zurück im Hotel wurden Souveniers verstaut, und nach einer kurzen Busfahrt zum Flughafen wurde die endgültige Heimreise angetreten. Um 14:35 Uhr brachte uns die Lufthansa sicher ins neblige Frankfurt und von dort ins leider nicht mehr sonnige (es war dann doch schon 17:55 Uhr) Hannover.

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Rückflug – Bild: Anne Talk

Vier ereignis- und lehrreiche Tage liegen nun hinter uns, und wir sind immer noch beeindruckt von der Stadt und vor allem von der Tagung als solcher. Wir haben sehr viel Inhaltliches mitnehmen können – wir persönlich vor allem Social Media für Universitätsbibliotheken und generell, wie Social Media und Lesen sich vertragen. Wir haben uns sehr über den internationalen Austausch gefreut und darüber, dass wir hier plötzlich mit Themen in Berührung kamen, die uns bisher nie in den Sinn kamen (es gab zum Beispiel Poster zu Prison Libraries und deren Einrichtung in den USA – noch nie in meinem Leben habe ich mir Gedanken über Bibliotheksmöbel gemacht, an denen es möglich sein, muss Menschen anzuketten – verrückt).

Überwältigt von unzähligen Informationen und Themen und angetan von den vielen internationalen (z.T. erst angehenden) Kollegen möchten wir uns an dieser Stelle bedanken – bei den Organisatoren der BOBCATSSS Tagung, bei den (größtenteils) Studierenden, die Workshops, Papersessions, Poster und PechaKucha präsentierten und bei den Keynote Speakern (viele davon werden dies trotz Verbreitung unser Beiträge z.B. via Twitter wahrscheinlich gar nicht lesen – vielleicht ist es Zeit für eine Social Media Attacke der Hochschule? 😉 ). BOBCATSSS hat uns eine unheimlich gute Zeit beschert – VIELEN VIELEN DANK, weiter so – es war fantastisch!

Natürlich bedanken wir uns auch bei der Fakultät, die diese Reise größtenteils finanzierte und so die Teilnahme für uns Studierende überhaupt möglich machte! Vielen Dank auch an Frau Blümel und Frau Clausing für die Organisation, Begleitung und das Möglichmachen der Erfahrungen, die wir sammeln durften!

BOBCATSSS 2019 wird in einem Jahr in Osijek, Kroatien stattfinden – und auch wenn wir uns damit vielleicht Konkurrenz schaffen: Bewerbt euch für die Exkursion! Eine Erfahrung wie diese werdet ihr nur einmal machen, jede Stadt und jede Tagung ist einzigartig und man lernt und erlebt überall etwas anderes / neues. Es ist stressig und man muss auch etwas dafür tun, aber es zahlt sich definitiv aus! Wir müssen uns jetzt erstmal erholen und gleichzeitig für Klausuren lernen (vielleicht als Tipp für künftige BOBCATSSSs: schreibt nicht direkt nach der Tagung Klausuren – ihr werdet nicht zum Lernen kommen 😛 ).

Mareike Theis, Anne Talk

Dritter Konferenztag and Closing Ceremony – 26.1.18

Das Finale des BOBCATSSS fand auch heute wieder im Gebäude des Academic Center For Natural Sciences of the University of Latvia statt. Wie bereits gestern angekündigt, wurden einige Programmpunkte leider gestrichen und das Programm dadurch etwas angepasst. Daher verschafften wir uns morgens erst einmal einen Überblick, um unser Tagesprogramm neu zusammenzustellen.

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Wohin gehen wir heute? Zusammenstellen des individuellen Programms im Foyer der Fakultät – Bild: Ina Blümel

Am Morgen wurden zwei Papersessions angeboten. Bei der Papersession 6 hieß der erste Vortrag „Night at the Library without a Librarian“, bei dem das Konzept „24-Stunden-Bibliothek“ der Library of Natural Sciences an der University of Latvia vorgestellt wurde. Die Bibliothek schließt direkt an das Foyer der Fakultät an und geht auf der anderen Seite ebenfalls ohne trennende Türen in die Mensa über. Bücher sind zwar vorhanden, aber mindestens ebenso so wichtig ist der Ort selbst zum Treffen, Diskutieren und Lernen, wofür entsprechend unterschiedlich möblierte Bereiche einladen. Zum Teil fühlt man sich wie im eigenen Wohnzimmer – ein beneidenswerter Ort in dem auch sonst sehr innovativ konzipierten neuen Fakultätsgebäude, vom hochwertig-nordischen Design mal ganz zu schweigen.

Bibliothek Univ. Latvia

Library of Natural Sciences – Bilder/Collage: Carina Dony

Im zweiten Vortag „Reading Data – the missing literacy from LIS Education“ wurde vorgestellt, wie Data Literacy den Wert der Arbeit eines (Schul-)Bibliothekars steigern kann. Des Weiteren wurden zwei Beispiele vorgestellt, inwiefern Universitäten dies bereits lehren.

Papersession 7 beschäftigte sich mit der Informationskompetenz von Schülern / neuen Studierenden und Lehrern. Der erste Vortrag trug den Titel „Prescripted literature in the school curricula in Croatia“. Es handelte sich um eine Erhebung unter Erstsemesterstudierenden über deren Interesse am Studium in Sprach- und Literaturwissenschaft. Sie wurden gefragt, inwiefern sie Notizen beim Lesen machen und welche bzw. wie viele Bücher sie von der damaligen Literaturliste aus der Schule gelesen hatten. Die Studie ergab, dass viele nicht alles gelesen und auch viele Texte nicht verstanden hatten. An einer überarbeiteten Literaturliste wird derzeit an den kroatischen Schulen gearbeitet. Auch ein Harry Potter-Band soll demnächst zur Motivation auf den Literaturlisten auftauchen. Der zweite Vortrag der Papersession bestand aus der Präsentation einer Studie über die  Zitationskompetenz nigerianischer Lehrer. Frappierend: Jeder Teilnehmer der Studie hatte falsch zitiert.

In der dritten Keynote der BOBCATSSS 2018 wurden – wie bei Keynote 1 und 2 wieder thematisch passend zum diesjährigen Konferenzmotto „The Power of Reading“ – die Lesegewohnheiten 16 verschiedener, bekannter Autoren aus Ungarn vorgestellt. Der Vortrag vermittelte die Ergebnisse aus persönlichen Interviews mit den Autoren zu 16 ausgewählten Fragen dieser Thematik. Nach der Mittagspause verteilten sich die Teilnehmer wieder auf die stattfindenden Workshops und / oder Papersessions.

Der Workshop 8 „That´s been noted“ beschäftigte sich mit der Thematik ‚Notizen anfertigen‘ und stellte sechs Typen vor (z.B. Typpräferenz auf Papier, elektronisch am Laptop oder auch keine Notizen). Sie erläuterten außerdem zukünftige Möglichkeiten, wie sich analoge und digitale Notizen entwickeln und vermischen könnten.

Workshop 9 „To be or not to be“ gab einen interessanten Einblick zum Social Media Marketing in Bibliotheken. Der Workshopteilnehmer bekam eine kleine Einführung der ‚Best Practices‘ bei Post in Facebook und Instagram. Daran anschließend wurden als Aufgabe fiktionale Posts direkt in den sozialen Medien online gestellt. In der zuvor stattgefundenen Papersession 9 („Instagram as Universit Library Tool“)  hatten die Sprecher des eben genannten Workshops, einen Einführung zum Einsatz von Instagram in einer Universitätsbibliothek gegeben. Eine Mitarbeiterin der Bibliothek hatte eine Erhebung und einen Testlauf zum Einsatz von Instagram in ihrer Einrichtung gemacht. Dieser lief sehr erfolgreich und hat sich dadurch in der Bibliothek als festes Social Media Modul etabliert.

Die Papersession 9 drehte es sich zudem noch rund um das Thema Gamification – der Einsatz von (elektronischen) Spielen in der Informationskompetenzvermittlung. Zunächst wurde eine Umfrage aus Kroatien vorgestellt. Studierende wurden hier befragt, was sie über Gamification wissen. Die meisten gaben an, dass sie Lernspiele nur für Kinder geeignet halten. Nachdem die Zuhörer in der Untersuchung Beispiele aus Gamification kennengelernt hatten, änderten sie ihre Meinung, weil sie gute Beispiele von Spiele für Studierende und Ältere kennen gelernt hatten. Das Auffinden der Lernmaterialien ist jedoch oft schwierig. Hier könnte noch mehr Aufklärung und Werbung betrieben werden. Angeschlossen an diesen Vortag war ein Beitrag aus Ungarn, welcher konkrete Spielbeispiele vorstellte.

Papersession 11 beinhaltete einen Vortrag zum Thema Webarchvierung. Danach folgten die Ergebnisse einer Studie über den Nutzen des Vorlesens bei behinderten Kindern.

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Cloud „Most used words in Abstracts BOBCATSSS 2018“ – Bild: Antje Pellowski

Sein Ende fand die BOBCATSSS 2018 mit der Closing Ceremony und dem abschließenden Gruppenfoto. Zu Beginn der Zeremonie hielt der Chair of EUCLID, Pavoo Arvola, eine kurze Ansprache, gefolgt von den Preisverleihungen in den Kategorien: bestes Poster, bestes Pechakucha, bestes Paper und bester Workshop. Ansschließend ließ uns der „Father of BOBCATSSS“, Ruud Bruyns, an seinen Erfahrungen der letzten 26 Jahre BOBCATSSS teilhaben mit teils witzigen Anektoden. Er betonte die gute Organisation in allen Ländern. Des Weiteren wies er darauf hin, wie wichtig die internationale Vernetzung und Zusammenarbeit war und ist.

Angeschlossen an diese Rede wurden Statistiken zur Herkunft und Institution der Teilnehmer aus der diesjährigen Veranstaltung präsentiert (hinter den beiden großen Delegationen aus Paris und Groningen stellten wir mit 12 Teilnehmern aus Hannover gemeinsam mit Tampere und Riga eine der stärkeren Gruppen!). Dies war ein flüssiger Übergang zur Vorstellung der Gastgeber der BOBCATSSS 2019: OSIJEK, KROATIEN. Mit der Übergabe der offiziellen BOBCATSSS-Flagge kam die Zeremonie zu ihrem Ende. Zuletzt wurde mit allen Beteilgten ein großes Gruppenfoto im Eingangsbereich der Universität gemacht.

Carina Dony, Antje Pellowski

2. Konferenztag – 25.01.2018

Der zweite Tag der Bobcatsss-Konferenz fand nicht mehr in der Nationalbibliothek, sondern im 2015 eröffneten Academic Center for Natural Sciences of the University of Latvia statt.

Auftakt bildeten um 9 Uhr Präsentationen im Pechakucha Format. Bei diesem für die diesjährige Konferenz neuen Präsentationsformat haben die Präsentierenden 20 Folien vorzubereiten, welche jeweils 20 Sekunden lang gezeigt werden. Nach 20 Sekunden erfolgt ein automatischer Wechsel zur nächsten Folie.

Unsere Gruppe hat ein Pechakucha zum Thema „Information Literacy – Reflection on trends and current practices in Information Management“ beigetragen. Projekte wie Coffee Lectures, intoSTUDY (Flüchtlings-Integrations-Initiative), Massive Open Online Courses und Gamification in Bezug auf Lernformen wurden hierbei angesprochen. Das Pechakucha Format stellte für unsere doch recht große Gruppe von 10 Vortragenden eine kleine Herausforderung dar. Trotz der vielen Mikrofonwechsel zwischen den einzelnen Folien haben wir die Präsentation ohne Probleme gemeistert.

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Pechakucha – Bild: Silke Clausing

Nach einer kurzen Pause folgte eine Präsentation der Keynotesprecherin Prof. Dr. Ute Schneider, in der sie unter anderem durch Beobachtungen von Social Media Plattformen gewisse Werte, Rituale und Praktiken in Bezug auf das Lesen erläutert hat.

Anschließend teilten sich die Konferenzteilnehmer in drei Gruppen auf: eine Paper Session und zwei Workshops wurden parallel angeboten. Innerhalb von 60 Minuten stellte sich im voll besuchten Workshop „Experiencing Reading: With Virtual Reality“ eine bunt gemischte Gruppe von Studenten aus den Niederlanden vor, die an einem Projekt arbeiten bei dem sie versuchen mit einer virtuellen Welt Kindern das Lesen wieder näher zu bringen.

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Gruppenfoto im Foyer (vlnr: Antje Pellowski, Silke Clausing, Franziska Altemeier, Aline Brun, Mareike Theis, Marisa Kaminski, Anne Talk, Carina Dony, Helena Schugt, Alina Balandis, Ina Blümel, Amelie Andresen) – Bild: Ina Blümel

Im Anschluss an das Mittagessen wurden zwei Paper Sessions sowie ein Workshop gehalten. Unter anderem wurde von zwei Dozentinnen aus Norwegen ein Paper vorgestellt, welches anhand von Feedbacks norwegischer Studenten den Output für Studierende bei der Organisation einer BOBCATSSS-Konferenz analysiert.
Ein weiteres Paper stellte den Hashtag „#libdayLV“ vor, mit dem lettische Bibliotheken auf diversen Social Media Plattformen Einblick in ihren Arbeitsalltag gewähren. Dieser Hashtag wurde 2012 in Anlehnung an den Hashtag „#libday“ von Bobbi Newman eingeführt.

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Gruppenfindung für die Nachmittagsexkursionen – Bild: Ina Blümel

Am Nachmittag ab 15 Uhr fanden Exkursionen zu verschiedenen Zielen statt: Riga St. Peter’s Church, University of Latvia LibrarUniversity of Latvia Library of Raina Boulevardy of Kalpaka Boulevard, The Museum of the Occupation of Latvia, Latvian National Museum of Art, The Art Nouveau Museum, Walking Tour in the Old Town of Riga. Ein Teil unserer Gruppe hat beispielsweise an der Altstadtführung teilgenommen, ein anderer Teil hat das Jugendstilmuseum besichtigt.

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Ausstellungsraum im Jugendstilmuseum – Bild: Amelie Andresen

Nach den Exkursionen gab es für die Konferenzteilnehmer die Möglichkeit, sich abends zum Feiern im Club Pūce, Klubs Naktī, zu treffen.

Amelie Andresen, Franziska Altemeier

Erster Konferenztag – 24.1.18

Der erste Tag der BOBCATSSS-Konferenz begann mit einem schrillen, durchgängigen Klingeln um 5 Uhr morgens. Nachdem alle wach waren, stellte sich heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelte, und alle konnten wieder ins Bett zurück.

Nachdem die meisten noch ein wenig geschlafen hatten, ging es zimmerweise zum Frühstück im Hotel. Danach machten sich alle zur Nationalbibliothek auf, in der der erste Konferenztag stattfand. Am Registration Desk bekam jeder der über 200 Teilnehmer ein Badge und eine blaue Jutetasche mit dem Programm, dem Book of Abstracts, einer BOBCATSSS-Trinkflasche und allerlei weiterem nützlichen Kleinkram.

BOBCATSSS Teilnehmer im Atrium

BOBCATSSS Teilnehmer im Atrium der Nationalbibliothek – Bild: Marisa Kaminski

Die Nationalbibliothek ist ein weithin sichtbares Gebäude direkt an der Düna, das 2014 bezogen wurde. Der Architekt Gunnar Birkerts wurde von einem lettischen Volksmärchen inspiriert, in dem ein junger Mann einen Kristallberg besteigen muss.

Um 10 Uhr begann die Opening Ceremony. Sie wurde von einer der Organisatorinnen moderiert. Zur Eröffnung spielte ein lettischer Pianist auf dem Flügel. Danach wurde die BOBCATSSS-Flagge präsentiert, wozu alle aufstanden. Mehrere Personen hielten Ansprachen, unter anderem der Head of Development der Bibliothek, der Dean der hiesigen LIS Fakultät und die Stellvertreterin des ungarischen Botschafters. Zwischendurch spielte eine Folkband.

Folkloreband

Lettische Folklore bei der Opening Ceremony – Bild: Marisa Kaminski

Nach einer kurzen Pause begann der Keynote-Speaker Prof. Dr. Jurgis Skilters. Das Thema des Vortrages lautete Reading as a Process of Visual Perception and Language Processing. Besonders interessant war, wie sich das Format des Mediums auf unser Leseverhalten auswirkt.

Nach dem Mittagessen ging es weiter mit den Workshops. Es wurden zwei 45-minütige Workshops und eine Papersession parallel angeboten. Von Fake News, Fact Checking und seriösen Nachrichten handelte der Workshop „How to Trust the Internet again?“. Thematisiert wurde der Wahrheitsgehalt verschiedener Nachrichten, Qualitätsmerkmale von Journalismus und Hinweise auf falsche Berichte.  Anschließend studierten die Teilnehmenden einen Zeitungsartikel und bewerteten ihn hinsichtlich seines Wahrheitsgehalts.

Der Workshop „How can we use Big Data Solutions to improve our Services?“ ging auf drei Vs von Big Data ein: Variety, Velocity und Volume. Schließlich machten die Teilnehmer in Gruppen ein Brainstorming, wie Big Data Solutions auf verschiedene Bereiche, wie Flugzeuge, Universitäten und Bahnhöfe angewendet werden könnten und welche Rolle die drei Vs dort spielen.

Ab 15.30 Uhr gab es die Möglichkeit, entweder an einer weiteren Paper Session, einem Workshop oder der Führung durch die Nationalbibliothek teilzunehmen. Die Nationalbibliothek hat zwölf gezählte Stockwerke, von denen sieben für die Nutzer frei verfügbar sind. Durch die vielen großen Fenster, den hellen Holzfußboden und die Farbgebung ist es sehr hell. Aus dem obersten Stockwerk hat meinen einen wunderschönen Ausblick über Riga. Die Räume sind zu vermieten und dort finden häufig Hochzeitsfeier, Geburtstage und Ähnliches statt. In den Stockwerken darunter gibt es Lesesäle zu verschiedenen Themen und thematisch geordnete Buchsammlungen.

Buchsammlung

The Bookshelf of the Nation im Atrium der Nationalbibliothek – Bild: Ina Blümel

Vom Atrium aus kann man durch eine Glaswand hindurch eine große Buchsammlung sehen, genannt „The Bookshelf of the Nation“, die nur aus Geschenken an die Bibliothek besteht. Diese Bücher haben individuellen Wert und eine Geschichte für die Schenker. Sie enthalten meist Widmungen an die Bibliothek und sind ausleihbar. Da Lettland dieses Jahr seinen hundertsten Geburtstag feiert, werden sicherlich noch viele Bücher von Präsidenten und anderen Staatsleuten hinzukommen, die Lettland besuchen.

Der Tag wurde um 20 Uhr mit dem Gala Dinner im Panoramasaal des Radisson Blu abgeschlossen. Während des Essens ist eine Sängerin aufgetreten und man konnte sich mit anderen BOBCATSSS-Teilnehmenden austauschen.  Gegen 23 Uhr endete das Dinner. Wir hoffen, morgen wieder einen ereignisreichen Tag auf der Konferenz zu haben und unsere Präsentation gut zu meistern.

Marisa Kaminski, Alina Balandis

28.1.18: Links zu extern verfügbaren Fotos ergänzt.

BOBCATSSS 2018 in Riga – Anreise Dienstag 23.1.18

BOBCATSSS ist eine von Studierenden organisierte internationale Konferenz der Bibliotheks- und Informationswissenschaften, die bereits seit 26 Jahren jährlich an Universitäten in Europa ausgerichtet wird. Workshops und Paper Sessions stehen im Mittelpunkt der BOBCATSSS. Sie behandeln Fragestellungen zu den jährlich wechselnden Themenschwerpunkten und dienen dem internationalen Networking von Studierenden, Professoren, Forschenden und anderen Interessierten. An der Erstausrichtung 1993 waren die Universitäten in Budapest, Oslo, Barcelona, Kopenhagen, Amsterdam, Tempere, Stuttgart, Szombathely und Sheffield beteiligt – in Anlehnung hieran entwickelte sich das Akronym BOBCATSSS. Während der letzten Jahre sind weitere –insbesondere osteuropäische – Städte dazugestoßen. Die Konferenz steht unter der Schirmherrschaft von EUCLID (European Association for Library and Information Education and Research).

Die 26. BOBCATSSS-Konferenz findet vom 24. bis 26. Januar 2018 unter dem Thema „The Power of Reading“ in Riga, Lettland statt. Sie wird organisiert von der Latvijas Universitātē in Kooperation mit der Eötvös Loránd Tudományegyetem (University of Budapest) und wird zum hundertjährigen Jubiläum Lettlands das zweite Mal in der lettischen Hauptstadt ausgerichtet. Es ist bereits die dritte Teilnahme von Studierenden der Hochschule Hannover an der Konferenz (BOBCATSSS 2017 in TampereBOBCATSSS 2016 in Lyon), die dieses Jahr erstmalig unter der Anleitung der Dozentinnen Ina Blümel und Silke Clausing selbst eine PechaKucha-Präsentation (20 Folien, 20sek/Folie) zum Thema Informationskompetenz halten werden. Die Gruppe setzt sich aus 10 Studierenden des dritten und fünften Fachsemesters des Studiengangs Informationsmanagement zusammen.

Anreise

Die Anreise startete am 23.01. um 5 Uhr morgens am Terminal A am Flughafen Hannover. Im Gegensatz zum letzten Jahr verlief die Anreise reibungslos. Nach einem ca. halbstündigen Flug über Deutschland, stand der Reisegruppe ein planmäßiger Aufenthalt von drei Stunden in Frankfurt bevor. Am Gate in Frankfurt stießen drei noch fehlende Studierende zur Gruppe hinzu. Außerdem checkten neben uns einige andere BOBCATSSS-Gruppen ein, unter anderem ca. 30 französische Studierende, die wir auch später im Hotel wiedertreffen sollten. Weiter ging es mit einem entspannten Flug nach Riga – und einige nutzten die zwei Stunden, um etwas Schlaf nachzuholen…

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Der Anflug auf Riga – Bild: Alina Balandis

Nachdem auch noch der (oder die) letzte seinen Koffer vom Gepäckband stemmen konnte, wartete der Bus Richtung Innenstadt bereits vor der Ankunftshalle. Trotzdem erwartete die Reisegruppe noch ein (kurzer) Marsch zum Hotel, der bereits eine Kostprobe der stechenden Kälte bot, weshalb die Ankunft im Hotel sehnlichst erwartet wurde. An der Hotelrezeption gab es dann das erste Mal kleine Komplikationen. Erst sollten zwei Teilnehmerinnen ihr Hotelzimmer direkt bezahlen und als dieses Missverständnis aus dem Weg geräumt war, blieb immer noch die Frage: Wer zahlt denn für die Minibar? Kreditkarte, bitte! Letztendlich durften jedoch alle endlich in ein minibarloses Hotelzimmer ziehen und sich etwas von der zehnstündigen Anreise erholen.

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Die Düna (auch als Schicksalsfluss bekannt) – Bild: Aline Brun

Als die Akkus wieder ausreichend aufgeladen waren, machten sich die Studierenden (und Dozentinnen) in Kleingruppen auf, um Rigas Innenstadt zu erkunden. Hier wurden bereits einige Eindrücke über die kopfsteingepflasterte City gewonnen, doch auf das gemeinsame Abendessen im Folkklub Ala Pagrabs wurde mit leerem Magen und kalten Füßen mehr hingefiebert. Das leckere typisch lettische Dinner wurde von angenehmer Live-Musik begleitet.

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Jamsession im Ala Pagrabs – Bild: Aline Brun

Nach einem insgesamt sehr positiven, jedoch anstrengenden Anreisetag freuten sich alle Exkursionsteilnehmer auf eine erholsame Nacht.

Aline Brun, Helena Schugt

Helsinki und Heimreise – Sonntag, 29.01.2017

Heute besichtigten einige von uns noch einen anderen Teil von Helsinki, bevor es mit dem Zug zum Flughafen ging. Unter anderem die Kapelle des Schweigens, das Museum für zeitgenössische Kunst (Kiasma) sowie die Konzerthalle und das Musik Zentrum (Helsingin musiikkitalo).

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Innenstadt Helsinki / Quelle: Katharina Suhr

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Küste Helsinki / Quelle: Katharina Suhr

Leider konnten wir alles nur von außen anschauen, da sonntags die meisten Sehenswürdigkeiten und Geschäfte erst um 12 Uhr öffnen. Nach mehrstündigem Aufenthalt am Flughafen in Helsinki und Kopenhagen landeten wir um 22.30 Uhr in Hannover.

Wir Studierenden möchten uns auf diesem Weg noch einmal recht herzlich für die Möglichkeit zur Teilnahme an der Konferenz in Tampere und die Fahrt nach Helsinki bedanken. Durch die finanziellen Mittel der Hochschule Hannover konnten wir drei spannende und lehrreiche Tage auf der BOBCATSSS Konferenz sowie einen interessanten Tag in Helsinki verbringen. Dadurch haben wir unsere Englischkenntnisse verbessert, internationale Kontakte geknüpft und ein neues Land und deren Kultur kennengelernt.
Außerdem geht unser Dank an Frau Blümel, die sich um die gesamte Organisation gekümmert hat und an Frau Clausing die als zweite Betreuungsperson mitgeflogen ist.

Franziska Christiansen & Katharina Suhr

Universitätsbibliothek Helsinki – Samstag, 28.01.2017

Die Helsinki University Main Library im Kaisa House ist die größte Bibliothek in Finnland. Bis zu 7000 Besucher nutzen diese täglich. Zu Semesterbeginn auch bis zu 9000. Eröffnet wurde die Universitätsbibliothek, die für die Öffentlichkeit sowie die Studierenden zugänglich ist, an dem Standort erst 2012. Diese und nachfolgende Informationen erhielten wir von Veera Ristikartano, einer Mitarbeiterin der Universitätsbibliothek, während unserer Führung durch das Gebäude.

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Helsinki University Main Library / Quelle: Katharina Suhr

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Lern- und Lesebereich / Quelle: Katharina Suhr

Die Universitätsbibliothek in Helsinki ist ein Ort des Lernens und Arbeitens sowohl für Gruppen als auch für Einzelpersonen. Eine beeindruckende Architektur, welche an die Bedürfnisse der unterschiedlichen Benutzergruppen angepasst wurde, machen die Bibliothek zu einem Wohlfühlort. Gruppenarbeitsräume, teilweise ausgestattet mit großen Flachbildschirmen und Flipchart, Ruhe-Arbeitsplätze und freie Gruppenarbeitsplätze um in normaler Lautstärke zu kommunizieren sowie eine Teeküche für Benutzer der Bibliothek fördern den Spaß am Lernen. Die Arbeitsbereiche beziehungsweise die einzelnen Ebenen der Bibliothek sind mit farbigen Schildern gekennzeichnet. Diese weisen den Benutzer darauf hin, wie er sich in der jeweiligen Ebene zu verhalten hat. Rote Schilder heißen „gar nicht sprechen“, gelbe Schilder bedeuten „leise sprechen“ und die grünen Schilder weisen darauf hin, dass in normaler Lautstärke gesprochen werden darf. Abschließbare Rollcontainer ermöglichen den Benutzern ausgeliehene Literatur und Schreibunterlagen einzuschließen, um diese nicht täglich mit nach Hause nehmen zu müssen. Ergonomische Sitzgelegenheiten in Form von farbenfrohen Sesseln, Stühlen, Couchen und Steharbeitsplätzen sorgen für abwechslungsreiche Arbeitsphasen.

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Entspannen in der Bibliothek / Quelle: Katharina Suhr

Diese freundliche, moderne und helle Atmosphäre lädt zum Lernen und Arbeiten ein. Durch die ausgeklügelte Architektur des Gebäudes wird jede Benutzergruppe nahezu perfekt bedient. Während Kurzzeitbenutzer einiges an Zeit sparen, können die Langzeitlerner in angenehmer Atmosphäre den ganzen Tag in der Bibliothek verbringen. Im Eingangsbereich befindet sich die Theke um sich einen Benutzerausweis ausstellen zu lassen, außerdem die Automaten für die Ausleihe und die Rückgabe. Kursbücher sind ebenfalls auf der Eingangsebene zu finden. Wie wir von der Bibliotheksangestellten erfahren haben, nutzen einige die Bibliothek nur um diese auszuleihen. Dadurch ist nicht nur der Zeitfaktor für die Kurzzeitbesucher gering, sondern auch der Lärmpegel für diejenigen die die Bibliothek als ganztägigen Lernort nutzen. (Etagen Plan)

Nach der interessanten Präsentation und dem beeindruckenden Rundgang durch die Bibliothek erkundeten wir Helsinki in Kleingruppen.

Auf dem Senatsplatz von Helsinki erhielten wir einen ersten Rundumblick und konnten uns einige alte und wahrscheinlich auch historische Gebäude von außen anschauen. Darunter war der Dom von Helsinki, ein großes, prachtvolles, weißes Gebäude, das auch als „weißes Herz“ der Stadt bezeichnet wird. Weiter ging es in Richtung Hafen und von dort aus zur Uspenski-Kathedrale. Von außen eine beeindruckende Kirche, die leider schon geschlossen war, als wir dort ankamen. Auf Grund des eher schlechten Wetters gingen wir danach wieder ins Hotel. Die Exkursion nach Finnland ließen wir alle zusammen bei einem gemeinsamen Abendbrot ausklingen.

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Kirche / Quelle Katharina Suhr

Franziska Christiansen und Katharina Suhr