BOBCATSSS 2019 – Tag 3

Auf dem Weg zur Universität. Foto: Céline Schmelzer

Nach einem letzten Gang zum Campus der Universität durch das verschneite Osijek, wurde der dritte und letzte Konferenztag der BOBCATSSS 2019 am 24. Januar 2019 um 10 Uhr mit einer Keynote eröffnet. Milijana Mičunović (Universität Osijek) schaute in ihrem Vortrag „New industrial revolution, emerging technologies and information institutions: is there a roadmap to the future?“ eher skeptisch in die Zukunft der Informationswissenschaften.

Keynote von Milijana Mičunović . Foto: Céline Schmelzer

Nach der Keynote konnten verschiedene Vorträge und Workshops besucht werden. Máté Tóth stellte in seinem Vortrag eine Studie vor, welche die Rolle von Bibliotheken in sechs verschiedenen europäischen Ländern untersuchte. Marika Kawamoto (Universität Tsukuba, Japan) ging in ihrem Vortrag darauf ein, ob Bibliotheken als physischer Standort überhaupt noch notwendig sind. Ein weiterer Vortrag wurde von Masanori Koizumi (Universität Tsukuba, Japan) gehalten. Er ging dabei auf das Verhältnis von Bibliotheken und Demokratie in Nordeuropa ein. Gleichzeitig wurde von Thore Davies und Astrid Elisabeth Jessen (Universität Kopenhagen, Dänemark) der Workshop „Google, the GLAM sector and the untouched potentials for participation“ angeboten. Einen spannenden und hochaktuellen Vortrag  hielt Erika Bilicsi aus Ungarn zum Thema „Open Access“. Darin gab sie einen Überblick darüber wie weit Osteuropa auf diesem Gebiet ist und stellte die Situation exemplarisch für einzelne Länder vor. Sie sprach sich  mit Nachdruck für mehr Unterstützung der Regierungen für Open Access aus. Nur dann sei eine nachhaltige Entwicklung hin zu dem Prinzip möglich.

Nach der ersten Session gab es wieder ein großes Angebot an Getränken und Speisen, um sich für die zweite Session zu stärken. Nach der Coffee Break fanden weitere Vorträge und auch Workshops statt. So stellte eine Kommilitonin der Universität Hildesheim ihre App „Kidsprint“ vor, mit der Kinder lernen können, wie man Energie spart.

Nach einer kurzen Pause wurde dann leider schon die Closing Session eingeläutet. Hierbei wurden der beste Workshop, das beste Poster und der beste Vortrag geehrt. Symbolisch wurde die BOBCATSSS-Flagge an den nächsten Gastgeber weitergereicht. Nächstes Jahr wird die 28. BOBCATSSS-Konferenz von der Université Paris-est-Marne-la-Vallée organisiert.

Fahnenübergabe. Foto: Céline Schmelzer

Am Abend fand dann noch das Konferenz-Dinner im Muzej Okusa statt, bei dem es ein leckeres 3-Gänge-Menü gab und die Möglichkeit sich in lockerer Atmosphäre mit den anderen Teilnehmenden aus aller Welt zu unterhalten.

Nach drei spannenden Konferenztagen treten wir Freitagmorgen mit vielen neuen Erfahrungen und Kontakten die Heimreise an und freuen uns schon auf nächstes Jahr in Paris!

Charlotte Schröer & Céline Schmelzer

BOBCATSSS 2019 – Tag 2

Der zweite Konferenztag wurde um 10 Uhr mit einer Keynote von Frank Huysmans (Universität Amsterdam) eröffnet. In seinem Vortrag verglich er Bibliothekssysteme aus unterschiedlichen Ländern miteinander und berücksichtigte hierbei den Einfluss politischer Vorgaben.

Workshop „We can’t save our planet, maybe ‚AI & Big Data‘ can“ (Foto: Aline Brun)

Im Anschluss an den Vortrag verteilten sich die BOBCATSSS-Teilnehmenden auf zwei Vortragsräume und einen Workshop-Raum. Unter anderem wurde durch eine Dozentin aus Italien eine Präsentation vorgestellt, in der Sie über die Rolle von Bibliotheken im Zusammenhang mit Fake News sprach. Hierzu stellte Sie auch eine Infografik der IFLA (International Federation of Library Associations and Institutions) vor, die Leser beim Identifizieren von Fake News unterstützen soll.
Eine weitere Präsentation befasste sich mit den Digital Skills junger Menschen. Dazu stellte die Präsentierende die unterschiedlichen Digital Skills vor und zeigte die Ergebnisse einer Befragung auf. Die Schüler wurden zum Beispiel dazu befragt, wie sie ihre Digital Skills einschätzen oder zu welchem Zweck sie das Internet benutzen. Das Ziel der Befragung war es zu analysieren, wie ausgeprägt die Digital Skills der jungen Menschen sind. Der Workshop wurde von vier Studirenden aus den Niederlanden und China durchgeführt und trug den Titel: „We can’t save our planet, maybe ‚AI & Big Data‘ can“ (Wir können unseren Planeten nicht retten, vielleicht kann es ‚AI & Big Data‘). Die Entwicklung von AI (Artifical Intelligence) und das Potenzial von Deep Learning und Machine Learning wurde aufgezeigt und Anwendungen wie die Website „Quick draw“ und die App „Seeing AI“ wurden genutzt, um den aktuellen Stand der Entwicklung zu demonstrieren.

Auch an diesem Tag wurden reichlich Getränke und Stärkungen in der Kaffeepause angeboten, bevor die zweite Sessionphase begann. Es wurde ein weiterer Workshop angeboten mit dem Thema Privatsphäre in Smart Homes. Die Studenten kamen aus Taiwan, Spanien und den Niederlanden und brachten ein Alexa als Testgerät mit.

Die Exkursionsgruppe des Studiengangs Informationsmanagement der Hochschule Hannover (Foto: Christian Wartena)

Nach einer kleinen Pause begann die Poster Session im Foyer, in dem die Poster ausgestellt wurden. Zu jedem Poster gab es eine zweiminütige Präsentation. Leider wurden es durch den Hall im Foyer sehr laut, sodass man trotz des Mikrofons den Präsentierenden nur schlecht folgen konnte. Es gab jedoch die Möglichkeit, nach der Session zu den Postern zu gehen und seine Fragen den Verfassern direkt zu stellen.

Foto: Aline Brun

Am Nachmittag um 17 Uhr gingen einige unserer Exkursionsgruppe zur Führung durch das Museum Slovanjia, andere kehrten ins Hotel zurück oder machten noch einen Spaziergang in die verschneite Stadt. Um 19 Uhr traf sich unsere Exkursionsgruppe in dem Restaurant „Slavonska kuca“ zum gemeinsamen Abendessen, um anschließend zur BOBCATSSS-Party in den Club Exit zu gehen. In dem Club wurde Live-Musik gespielt und in mehreren Räumen in ausgelassener Stimmung mit BOBCATSSS-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern aus der ganzen Welt getanzt.

Amelie Andresen & Leonie Weber

BOBCATSSS 2019 – Tag 1

Die 27. BOBCATSSS-Konferenz findet dieses Jahr vom 22. bis zum 24. Januar in Osijek in Kroatien statt. Organisiert wurde sie gemeinsam von Studierenden aus Kroatien, Schweden und den Niederlanden. Dieses Jahr machte sich eine Gruppe von sechs Studierenden und zwei Lehrenden der Hochschule Hannover (Studiengang Informationsmanagement) auf den Weg nach Kroatien, um an der Konferenz teilzunehmen und ein Poster zu präsentieren. Bereits auf dem Weg zur Osijek Universität zeigte sich die Stadt von ihrer schönsten Seite – Schnee wohin man auch blickt.

Foto: Christian Wartena

Wie immer begann die Konferenz mit der Registrierung, bei der man sich noch für die Social Events (z. B. Museumsbesuche, Walking Tour, Pub Quiz etc.) anmelden konnte. Sobald alle zusammengefunden hatten, wurde die BOBCATSSS mit einigen Hinweisen zum Ablauf, sowie inspirierenden Worten eröffnet. Die Keynote von Koraljka Golub beschäftigte sich mit dem Thema iSchools – also um interdisziplinäres Lehren und Lernen.

Foto: Silke Clausing

Nach der Keynote konnten sich alle Teilnehmer beim „Get Together Coffee“ mit Gebäck und Getränken stärken, bevor es mit den Vorträgen und Workshops weiterging.

Foto: Christian Wartena

Ab 13 Uhr fand ein Workshop zu Augmented Reality am Arbeitsplatz statt. Fünf Sudierende verschiedener Universitäten haben ihn gemeinsam durchgeführt. Neben der Bedeutung von AR für Bildung, Medizin, Archive, Museen und Bibliotheken durften die Teilnehmer auch mit der App WallaMe einmal selbst ausprobieren, wie genau AR funktionieren kann.

Nach einer kurzen Mittagspause begann die Walking Tour um 15.30 Uhr in der Innenstadt. Der Stadtführer Igor erzählte den Teilnehmern von der Geschichte Osijeks. Nachdem die Teilnehmer durch die Altstadt geführt wurden und das letzte erhaltene Stadttor sahen, ging es weiter Richtung Oberstadt. Die Walking Tour endete an der großen Stadtkirche.

Foto: Aline Brun

Nach der Walking Tour ging die diesjährige BOBATSSS-Gruppe in ein nah gelegenes Café. Alle waren durchgefroren und wollten etwas Warmes trinken. Danach teilte sich die Gruppe auf. Die meisten nahmen am Pub Quiz im Cadillac teil. Dort wurden in fünf Runden Fragen zu Allgemeinwissen, Filmen und Serien, Musik, Informationswissenschaften und der BOBCATSSS gestellt. Dabei lohnte sich das Wissen aus dem ersten Semester Basiskompetenz Erschließung endlich mal.

Leider verpasste die Gruppe der HSH knapp das Finale – dafür waren die Chips kostenlos.

Aline Brun & Alina Balandis

Der letzte Tag inkl. Abreise – 27.1.18

Trotz eines langen Abschlussabends in der Altstadt von Riga begann der Finaltag für die meisten der Gruppe Hannover recht früh. Check out war für 12 Uhr geplant, und viele hatten aufgrund der doch recht langen Konferenztage noch nicht die Zeit gefunden, alles zu erkunden. So machten sich einige noch auf, in der Altstadt oder der Markthalle das eine oder andere Souvenir zu ergattern.

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Markthallen in Riga – Bild: Anne Talk

Einige mussten wegen Krankheit den Morgen im Hotel verbringen und ließen sich Medikamente mitbringen (generell waren mehrere Apothekenbesuche auf dieser Exkursion nötig). Die lettischen ApothekerInnen sind sehr nett, sprechen aber kaum englisch (vielleicht hätten wir deutsch probieren sollen?) – und es ist sehr amüsant, sich lettische Monologe anzuhören, wenn auch noch Zeichensprache und Gestikulieren ins Spiel kommen und es dabei um Übelkeit und Erbrechen geht … #tryitout

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Markthallen von innen – Bild: Anne Talk

Zurück im Hotel wurden Souveniers verstaut, und nach einer kurzen Busfahrt zum Flughafen wurde die endgültige Heimreise angetreten. Um 14:35 Uhr brachte uns die Lufthansa sicher ins neblige Frankfurt und von dort ins leider nicht mehr sonnige (es war dann doch schon 17:55 Uhr) Hannover.

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Rückflug – Bild: Anne Talk

Vier ereignis- und lehrreiche Tage liegen nun hinter uns, und wir sind immer noch beeindruckt von der Stadt und vor allem von der Tagung als solcher. Wir haben sehr viel Inhaltliches mitnehmen können – wir persönlich vor allem Social Media für Universitätsbibliotheken und generell, wie Social Media und Lesen sich vertragen. Wir haben uns sehr über den internationalen Austausch gefreut und darüber, dass wir hier plötzlich mit Themen in Berührung kamen, die uns bisher nie in den Sinn kamen (es gab zum Beispiel Poster zu Prison Libraries und deren Einrichtung in den USA – noch nie in meinem Leben habe ich mir Gedanken über Bibliotheksmöbel gemacht, an denen es möglich sein, muss Menschen anzuketten – verrückt).

Überwältigt von unzähligen Informationen und Themen und angetan von den vielen internationalen (z.T. erst angehenden) Kollegen möchten wir uns an dieser Stelle bedanken – bei den Organisatoren der BOBCATSSS Tagung, bei den (größtenteils) Studierenden, die Workshops, Papersessions, Poster und PechaKucha präsentierten und bei den Keynote Speakern (viele davon werden dies trotz Verbreitung unser Beiträge z.B. via Twitter wahrscheinlich gar nicht lesen – vielleicht ist es Zeit für eine Social Media Attacke der Hochschule? 😉 ). BOBCATSSS hat uns eine unheimlich gute Zeit beschert – VIELEN VIELEN DANK, weiter so – es war fantastisch!

Natürlich bedanken wir uns auch bei der Fakultät, die diese Reise größtenteils finanzierte und so die Teilnahme für uns Studierende überhaupt möglich machte! Vielen Dank auch an Frau Blümel und Frau Clausing für die Organisation, Begleitung und das Möglichmachen der Erfahrungen, die wir sammeln durften!

BOBCATSSS 2019 wird in einem Jahr in Osijek, Kroatien stattfinden – und auch wenn wir uns damit vielleicht Konkurrenz schaffen: Bewerbt euch für die Exkursion! Eine Erfahrung wie diese werdet ihr nur einmal machen, jede Stadt und jede Tagung ist einzigartig und man lernt und erlebt überall etwas anderes / neues. Es ist stressig und man muss auch etwas dafür tun, aber es zahlt sich definitiv aus! Wir müssen uns jetzt erstmal erholen und gleichzeitig für Klausuren lernen (vielleicht als Tipp für künftige BOBCATSSSs: schreibt nicht direkt nach der Tagung Klausuren – ihr werdet nicht zum Lernen kommen 😛 ).

Mareike Theis, Anne Talk

Dritter Konferenztag and Closing Ceremony – 26.1.18

Das Finale des BOBCATSSS fand auch heute wieder im Gebäude des Academic Center For Natural Sciences of the University of Latvia statt. Wie bereits gestern angekündigt, wurden einige Programmpunkte leider gestrichen und das Programm dadurch etwas angepasst. Daher verschafften wir uns morgens erst einmal einen Überblick, um unser Tagesprogramm neu zusammenzustellen.

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Wohin gehen wir heute? Zusammenstellen des individuellen Programms im Foyer der Fakultät – Bild: Ina Blümel

Am Morgen wurden zwei Papersessions angeboten. Bei der Papersession 6 hieß der erste Vortrag „Night at the Library without a Librarian“, bei dem das Konzept „24-Stunden-Bibliothek“ der Library of Natural Sciences an der University of Latvia vorgestellt wurde. Die Bibliothek schließt direkt an das Foyer der Fakultät an und geht auf der anderen Seite ebenfalls ohne trennende Türen in die Mensa über. Bücher sind zwar vorhanden, aber mindestens ebenso so wichtig ist der Ort selbst zum Treffen, Diskutieren und Lernen, wofür entsprechend unterschiedlich möblierte Bereiche einladen. Zum Teil fühlt man sich wie im eigenen Wohnzimmer – ein beneidenswerter Ort in dem auch sonst sehr innovativ konzipierten neuen Fakultätsgebäude, vom hochwertig-nordischen Design mal ganz zu schweigen.

Bibliothek Univ. Latvia

Library of Natural Sciences – Bilder/Collage: Carina Dony

Im zweiten Vortag „Reading Data – the missing literacy from LIS Education“ wurde vorgestellt, wie Data Literacy den Wert der Arbeit eines (Schul-)Bibliothekars steigern kann. Des Weiteren wurden zwei Beispiele vorgestellt, inwiefern Universitäten dies bereits lehren.

Papersession 7 beschäftigte sich mit der Informationskompetenz von Schülern / neuen Studierenden und Lehrern. Der erste Vortrag trug den Titel „Prescripted literature in the school curricula in Croatia“. Es handelte sich um eine Erhebung unter Erstsemesterstudierenden über deren Interesse am Studium in Sprach- und Literaturwissenschaft. Sie wurden gefragt, inwiefern sie Notizen beim Lesen machen und welche bzw. wie viele Bücher sie von der damaligen Literaturliste aus der Schule gelesen hatten. Die Studie ergab, dass viele nicht alles gelesen und auch viele Texte nicht verstanden hatten. An einer überarbeiteten Literaturliste wird derzeit an den kroatischen Schulen gearbeitet. Auch ein Harry Potter-Band soll demnächst zur Motivation auf den Literaturlisten auftauchen. Der zweite Vortrag der Papersession bestand aus der Präsentation einer Studie über die  Zitationskompetenz nigerianischer Lehrer. Frappierend: Jeder Teilnehmer der Studie hatte falsch zitiert.

In der dritten Keynote der BOBCATSSS 2018 wurden – wie bei Keynote 1 und 2 wieder thematisch passend zum diesjährigen Konferenzmotto „The Power of Reading“ – die Lesegewohnheiten 16 verschiedener, bekannter Autoren aus Ungarn vorgestellt. Der Vortrag vermittelte die Ergebnisse aus persönlichen Interviews mit den Autoren zu 16 ausgewählten Fragen dieser Thematik. Nach der Mittagspause verteilten sich die Teilnehmer wieder auf die stattfindenden Workshops und / oder Papersessions.

Der Workshop 8 „That´s been noted“ beschäftigte sich mit der Thematik ‚Notizen anfertigen‘ und stellte sechs Typen vor (z.B. Typpräferenz auf Papier, elektronisch am Laptop oder auch keine Notizen). Sie erläuterten außerdem zukünftige Möglichkeiten, wie sich analoge und digitale Notizen entwickeln und vermischen könnten.

Workshop 9 „To be or not to be“ gab einen interessanten Einblick zum Social Media Marketing in Bibliotheken. Der Workshopteilnehmer bekam eine kleine Einführung der ‚Best Practices‘ bei Post in Facebook und Instagram. Daran anschließend wurden als Aufgabe fiktionale Posts direkt in den sozialen Medien online gestellt. In der zuvor stattgefundenen Papersession 9 („Instagram as Universit Library Tool“)  hatten die Sprecher des eben genannten Workshops, einen Einführung zum Einsatz von Instagram in einer Universitätsbibliothek gegeben. Eine Mitarbeiterin der Bibliothek hatte eine Erhebung und einen Testlauf zum Einsatz von Instagram in ihrer Einrichtung gemacht. Dieser lief sehr erfolgreich und hat sich dadurch in der Bibliothek als festes Social Media Modul etabliert.

Die Papersession 9 drehte es sich zudem noch rund um das Thema Gamification – der Einsatz von (elektronischen) Spielen in der Informationskompetenzvermittlung. Zunächst wurde eine Umfrage aus Kroatien vorgestellt. Studierende wurden hier befragt, was sie über Gamification wissen. Die meisten gaben an, dass sie Lernspiele nur für Kinder geeignet halten. Nachdem die Zuhörer in der Untersuchung Beispiele aus Gamification kennengelernt hatten, änderten sie ihre Meinung, weil sie gute Beispiele von Spiele für Studierende und Ältere kennen gelernt hatten. Das Auffinden der Lernmaterialien ist jedoch oft schwierig. Hier könnte noch mehr Aufklärung und Werbung betrieben werden. Angeschlossen an diesen Vortag war ein Beitrag aus Ungarn, welcher konkrete Spielbeispiele vorstellte.

Papersession 11 beinhaltete einen Vortrag zum Thema Webarchvierung. Danach folgten die Ergebnisse einer Studie über den Nutzen des Vorlesens bei behinderten Kindern.

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Cloud „Most used words in Abstracts BOBCATSSS 2018“ – Bild: Antje Pellowski

Sein Ende fand die BOBCATSSS 2018 mit der Closing Ceremony und dem abschließenden Gruppenfoto. Zu Beginn der Zeremonie hielt der Chair of EUCLID, Pavoo Arvola, eine kurze Ansprache, gefolgt von den Preisverleihungen in den Kategorien: bestes Poster, bestes Pechakucha, bestes Paper und bester Workshop. Ansschließend ließ uns der „Father of BOBCATSSS“, Ruud Bruyns, an seinen Erfahrungen der letzten 26 Jahre BOBCATSSS teilhaben mit teils witzigen Anektoden. Er betonte die gute Organisation in allen Ländern. Des Weiteren wies er darauf hin, wie wichtig die internationale Vernetzung und Zusammenarbeit war und ist.

Angeschlossen an diese Rede wurden Statistiken zur Herkunft und Institution der Teilnehmer aus der diesjährigen Veranstaltung präsentiert (hinter den beiden großen Delegationen aus Paris und Groningen stellten wir mit 12 Teilnehmern aus Hannover gemeinsam mit Tampere und Riga eine der stärkeren Gruppen!). Dies war ein flüssiger Übergang zur Vorstellung der Gastgeber der BOBCATSSS 2019: OSIJEK, KROATIEN. Mit der Übergabe der offiziellen BOBCATSSS-Flagge kam die Zeremonie zu ihrem Ende. Zuletzt wurde mit allen Beteilgten ein großes Gruppenfoto im Eingangsbereich der Universität gemacht.

Carina Dony, Antje Pellowski

2. Konferenztag – 25.01.2018

Der zweite Tag der Bobcatsss-Konferenz fand nicht mehr in der Nationalbibliothek, sondern im 2015 eröffneten Academic Center for Natural Sciences of the University of Latvia statt.

Auftakt bildeten um 9 Uhr Präsentationen im Pechakucha Format. Bei diesem für die diesjährige Konferenz neuen Präsentationsformat haben die Präsentierenden 20 Folien vorzubereiten, welche jeweils 20 Sekunden lang gezeigt werden. Nach 20 Sekunden erfolgt ein automatischer Wechsel zur nächsten Folie.

Unsere Gruppe hat ein Pechakucha zum Thema „Information Literacy – Reflection on trends and current practices in Information Management“ beigetragen. Projekte wie Coffee Lectures, intoSTUDY (Flüchtlings-Integrations-Initiative), Massive Open Online Courses und Gamification in Bezug auf Lernformen wurden hierbei angesprochen. Das Pechakucha Format stellte für unsere doch recht große Gruppe von 10 Vortragenden eine kleine Herausforderung dar. Trotz der vielen Mikrofonwechsel zwischen den einzelnen Folien haben wir die Präsentation ohne Probleme gemeistert.

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Pechakucha – Bild: Silke Clausing

Nach einer kurzen Pause folgte eine Präsentation der Keynotesprecherin Prof. Dr. Ute Schneider, in der sie unter anderem durch Beobachtungen von Social Media Plattformen gewisse Werte, Rituale und Praktiken in Bezug auf das Lesen erläutert hat.

Anschließend teilten sich die Konferenzteilnehmer in drei Gruppen auf: eine Paper Session und zwei Workshops wurden parallel angeboten. Innerhalb von 60 Minuten stellte sich im voll besuchten Workshop „Experiencing Reading: With Virtual Reality“ eine bunt gemischte Gruppe von Studenten aus den Niederlanden vor, die an einem Projekt arbeiten bei dem sie versuchen mit einer virtuellen Welt Kindern das Lesen wieder näher zu bringen.

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Gruppenfoto im Foyer (vlnr: Antje Pellowski, Silke Clausing, Franziska Altemeier, Aline Brun, Mareike Theis, Marisa Kaminski, Anne Talk, Carina Dony, Helena Schugt, Alina Balandis, Ina Blümel, Amelie Andresen) – Bild: Ina Blümel

Im Anschluss an das Mittagessen wurden zwei Paper Sessions sowie ein Workshop gehalten. Unter anderem wurde von zwei Dozentinnen aus Norwegen ein Paper vorgestellt, welches anhand von Feedbacks norwegischer Studenten den Output für Studierende bei der Organisation einer BOBCATSSS-Konferenz analysiert.
Ein weiteres Paper stellte den Hashtag „#libdayLV“ vor, mit dem lettische Bibliotheken auf diversen Social Media Plattformen Einblick in ihren Arbeitsalltag gewähren. Dieser Hashtag wurde 2012 in Anlehnung an den Hashtag „#libday“ von Bobbi Newman eingeführt.

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Gruppenfindung für die Nachmittagsexkursionen – Bild: Ina Blümel

Am Nachmittag ab 15 Uhr fanden Exkursionen zu verschiedenen Zielen statt: Riga St. Peter’s Church, University of Latvia LibrarUniversity of Latvia Library of Raina Boulevardy of Kalpaka Boulevard, The Museum of the Occupation of Latvia, Latvian National Museum of Art, The Art Nouveau Museum, Walking Tour in the Old Town of Riga. Ein Teil unserer Gruppe hat beispielsweise an der Altstadtführung teilgenommen, ein anderer Teil hat das Jugendstilmuseum besichtigt.

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Ausstellungsraum im Jugendstilmuseum – Bild: Amelie Andresen

Nach den Exkursionen gab es für die Konferenzteilnehmer die Möglichkeit, sich abends zum Feiern im Club Pūce, Klubs Naktī, zu treffen.

Amelie Andresen, Franziska Altemeier

Erster Konferenztag – 24.1.18

Der erste Tag der BOBCATSSS-Konferenz begann mit einem schrillen, durchgängigen Klingeln um 5 Uhr morgens. Nachdem alle wach waren, stellte sich heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelte, und alle konnten wieder ins Bett zurück.

Nachdem die meisten noch ein wenig geschlafen hatten, ging es zimmerweise zum Frühstück im Hotel. Danach machten sich alle zur Nationalbibliothek auf, in der der erste Konferenztag stattfand. Am Registration Desk bekam jeder der über 200 Teilnehmer ein Badge und eine blaue Jutetasche mit dem Programm, dem Book of Abstracts, einer BOBCATSSS-Trinkflasche und allerlei weiterem nützlichen Kleinkram.

BOBCATSSS Teilnehmer im Atrium

BOBCATSSS Teilnehmer im Atrium der Nationalbibliothek – Bild: Marisa Kaminski

Die Nationalbibliothek ist ein weithin sichtbares Gebäude direkt an der Düna, das 2014 bezogen wurde. Der Architekt Gunnar Birkerts wurde von einem lettischen Volksmärchen inspiriert, in dem ein junger Mann einen Kristallberg besteigen muss.

Um 10 Uhr begann die Opening Ceremony. Sie wurde von einer der Organisatorinnen moderiert. Zur Eröffnung spielte ein lettischer Pianist auf dem Flügel. Danach wurde die BOBCATSSS-Flagge präsentiert, wozu alle aufstanden. Mehrere Personen hielten Ansprachen, unter anderem der Head of Development der Bibliothek, der Dean der hiesigen LIS Fakultät und die Stellvertreterin des ungarischen Botschafters. Zwischendurch spielte eine Folkband.

Folkloreband

Lettische Folklore bei der Opening Ceremony – Bild: Marisa Kaminski

Nach einer kurzen Pause begann der Keynote-Speaker Prof. Dr. Jurgis Skilters. Das Thema des Vortrages lautete Reading as a Process of Visual Perception and Language Processing. Besonders interessant war, wie sich das Format des Mediums auf unser Leseverhalten auswirkt.

Nach dem Mittagessen ging es weiter mit den Workshops. Es wurden zwei 45-minütige Workshops und eine Papersession parallel angeboten. Von Fake News, Fact Checking und seriösen Nachrichten handelte der Workshop „How to Trust the Internet again?“. Thematisiert wurde der Wahrheitsgehalt verschiedener Nachrichten, Qualitätsmerkmale von Journalismus und Hinweise auf falsche Berichte.  Anschließend studierten die Teilnehmenden einen Zeitungsartikel und bewerteten ihn hinsichtlich seines Wahrheitsgehalts.

Der Workshop „How can we use Big Data Solutions to improve our Services?“ ging auf drei Vs von Big Data ein: Variety, Velocity und Volume. Schließlich machten die Teilnehmer in Gruppen ein Brainstorming, wie Big Data Solutions auf verschiedene Bereiche, wie Flugzeuge, Universitäten und Bahnhöfe angewendet werden könnten und welche Rolle die drei Vs dort spielen.

Ab 15.30 Uhr gab es die Möglichkeit, entweder an einer weiteren Paper Session, einem Workshop oder der Führung durch die Nationalbibliothek teilzunehmen. Die Nationalbibliothek hat zwölf gezählte Stockwerke, von denen sieben für die Nutzer frei verfügbar sind. Durch die vielen großen Fenster, den hellen Holzfußboden und die Farbgebung ist es sehr hell. Aus dem obersten Stockwerk hat meinen einen wunderschönen Ausblick über Riga. Die Räume sind zu vermieten und dort finden häufig Hochzeitsfeier, Geburtstage und Ähnliches statt. In den Stockwerken darunter gibt es Lesesäle zu verschiedenen Themen und thematisch geordnete Buchsammlungen.

Buchsammlung

The Bookshelf of the Nation im Atrium der Nationalbibliothek – Bild: Ina Blümel

Vom Atrium aus kann man durch eine Glaswand hindurch eine große Buchsammlung sehen, genannt „The Bookshelf of the Nation“, die nur aus Geschenken an die Bibliothek besteht. Diese Bücher haben individuellen Wert und eine Geschichte für die Schenker. Sie enthalten meist Widmungen an die Bibliothek und sind ausleihbar. Da Lettland dieses Jahr seinen hundertsten Geburtstag feiert, werden sicherlich noch viele Bücher von Präsidenten und anderen Staatsleuten hinzukommen, die Lettland besuchen.

Der Tag wurde um 20 Uhr mit dem Gala Dinner im Panoramasaal des Radisson Blu abgeschlossen. Während des Essens ist eine Sängerin aufgetreten und man konnte sich mit anderen BOBCATSSS-Teilnehmenden austauschen.  Gegen 23 Uhr endete das Dinner. Wir hoffen, morgen wieder einen ereignisreichen Tag auf der Konferenz zu haben und unsere Präsentation gut zu meistern.

Marisa Kaminski, Alina Balandis

28.1.18: Links zu extern verfügbaren Fotos ergänzt.